Noch mal zum Thema Schlafen

Das unsere Nächte von häufigem Erwachen geprägt sind, schreibe ich hier ja schon kaum noch, da es normal geworden ist.

Schön fand ich jedoch, wieder einen interessanten Beitrag von Biggi Welter aus dem Stillforum bei rund-ums-baby zu finden. Und wenn ich sowas lese denke ich, viele Eltern machen sich wohl was vor oder kriegen schlicht und ergreifend nicht mehr mit, dass ihr Baby wach wird, weil es schon lange im eigenen Zimmer schläft. *eg*

Es ist ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys ab dem Alter von vier bis sechs Monaten nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung oder selbst das Abstillen auch keine Garantie für angenehmere Nächte.

Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen …), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und …
Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet.

Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten.

Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten.

Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind.

Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es gibt kein Patentrezept, um ein Kind zu längeren Schlafphasen zu bringen. Hätte ich eines, das das Kind achtet, würde ich ein Buch darüber schreiben und damit einen Bestseller landen, an dem sich gut verdienen ließe.

Veröffentlicht in Sinnvolles.

2 Antworten zu “Noch mal zum Thema Schlafen”

  1. Rosa sagt:

    Danke! Ich weiß ja, dass Du neulich ganz unsicher warst. Und ich hab ja auch versucht, Dich ganz souverän zu beruhigen. Aber mir geht es ja selbst auch oft wie Dir, vor allem wenn mein Herzchen nachts deutlich mehr als 25% seines Nahrungsbedarfes an Muttermilch deckt.

    Aber dieser Artikel tat und tut gut :-)

  2. Danni sagt:

    Alexandra, ich muss dir doch mal sagen, das ich dich ganz tapfer finde das du auch in so unruhigen Nächten noch durchhälst. Und wie gesagt auch künstliche Nahrung ist kein Garant für ruhige Nächte.
    Wie du ja weiß musste ich ja schon mit 4 Monten bei meiner Maus zu füttern weil sie ja so abnahm und schon völlig eingefallen war. Aber auch die Flasche hat nur wenig an den Nächtlichen Trinken getan. Inzwischen ist Lia 10 Monate und kommt auch heut noch 1 bis 2 x die Nacht um etwas zu trinken. Zwar keine ganze flasche aber ein klein wenig.
    Also in dem Sinne weitere schöne Nächte mit der kleinen. Genieß die Zeit mit Ihr auch Nachts, die Zeit ist so schnell um.

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