Das kleine Kotzbröckchen hieß Enya und wohnte mit ihren Eltern auf dem Deich.
Manchmal gab es so Tage, da wollten ihre Eltern klein Bröckchen am liebsten in letzterem versenken. Oder in ein Weidenkörbchen legen und damit die Bille runterschippern lassen.
Himmel, Herrgott, Sakrament und überhaupt:
Enya ist in den letzten Tagen die personifizierte Unausstehlichkeit. Erst dachte ich ja noch, gut, das Kind ist kränklich, wird wohl daran liegen. Tut es aber nicht. Nun ist das Kind gesundlich und macht so weiter. Sie krakelt, zetert, heult, meckert und ist permanent unzufrieden. Tragen ist nicht gut, auf den Boden setzen nicht. Spielen nicht, Singen nicht, nicht Singen aber anscheinend auch nicht. Umziehen und Windelwechseln ist absolut überhaupt nicht ok, kommt einem Tötungsversuch nahe, dem Gebrüll nach zu urteilen.
Was ok ist, ist Milch von Mama. Davon recht viel, wenn möglich. Alles andere, sogar ihr sonst heiß geliebter Joghurt, wird verschmäht.
Die vergangene Nacht war ein Desaster nach Zahlen. Das Fräulein wurde dreimal oder so bemilcht und leutete gegen 3:00 Uhr den Tag ein. Turnte rum, heulte, wollte gar nicht schlafen. Wollte aber auch nicht mehr trinken. (…wollte sie vielleicht endlich mit dem Weidenkörbchen los, dass gedanklich schon im Flur bereit gestellt stand?…) Irgendwann gegen ca. 5:30 Uhr oder so hörte sie auf zu wühlen und lag dann - wie so oft - quer in ihrem Bett und mit dem Kopf auf mir. Aber egal: Hauptsache Brüll- und Wuselstopp.
Dieses ganzen Gestresse nervt jedenfalls derartig, dass - wieder mal - der Gedanke aufkeimt, Zetermarie in ihr eigenes Zimmer zu verdammen und dort im Zweifelsfall schreien zu lassen, bis die Tapete runter kommt. Hören könnte sie dort niemand. Ihr Zimmer grenzt nämlich an unser Wohnzimmer und den Vorgarten und die Fenster sind schallisoliert. *eg*
Gestern warf ich dann noch mal einen Blick in das Standardwerk “Oje, ich wachse”. Und was les ich da: Rein alterstechnisch hat sie gerade den Gipfel eines Entwicklungssprungs erreicht. Es besteht also noch Hoffnung, dass es in den nächsten Tagen (Wochen) wieder besser wird.